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Abstract
Kinder treffen im Laufe ihres Lebens und insbesondere in der Schule auf zahlreiche moralische Konflikte. In einer Untersuchung wurde erhoben, wie Grundschulkinder moralische Urteile in unterschiedlichen Kontexten fällen - wie bei Provokationen oder Lügen - und welche Zusammenhänge diese mit emotionalen und Verhaltensproblemen haben. Mithilfe einer Clusteranalyse wurden drei moralische Profile identifiziert: Kinder, die moralische Flexibilität zeigten und Provokationen als Rechtfertigung für Regelbrüche akzeptierten; Kinder, die moralische Übertretungen ablehnten; Kinder, die moralische Übertretungen in allen Kontexten rechtfertigten. Die Kinder der ersten zwei Profile wiesen weniger emotionale und Verhaltensprobleme auf als die Kinder des dritten Profils. Die Bedeutung moralischer Flexibilität im Umgang mit herausfordernden moralischen Situationen wird diskutiert.